Es ist himmelschreiend, dass man in dieser Welt durchaus Geld haben oder irgend eine nützliche Arbeit versteh'n muss, um auszukommen. (Adolph Freiherr von Knigge, Die Reise nach Braunschweig)

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raumK Nr. 36, Oktober 2005

Stephan Waldscheidt - Die Hartz-Krieger
Buchrezension von Michael Wirth (Der Wortschmied)

So martialisch auch der Titel daherkommt: Der Karlsruher Autor nähert sich dem Thema 'Arbeitslosigkeit - Segen oder Fluch?' durchaus mit Humor - mal feinsinnig, mal drastisch-sarkastisch, zuweilen garniert mit mehr oder weniger geistreichen Zitaten von Friedrich Schiller bis hin zu FDP-Funktionären und mit Illustrationen, die wie aus der 'Gartenlaube' entnommen wirken, aber eine zeit- und themenbezogene Bildunterschrift tragen.

Die Auswüchse der deutschen Bürokratie werden in dem Werk ebenso aufs Korn genommen wie gewisse Charakteristika von Klischeearbeitslosen, die hartnäckig an die Rundumversorgerfunktion von Vater Staat glauben.

Waldscheidts Buch ist aber nicht nur eine satirische Bestandsaufnahme, sondern er zeigt auch ebenso satirisch Wege aus der Krise: Ein Leitfaden für Betroffene wie auch Anregungen für staatliche Organisationen - mit Themen wie 'Die Ich-ABM', 'Geschäftsmodell eigene Sekte' oder Tipps zum Berufswiedereinstieg für Mütter - wirken dabei kaum unseriöser als das, was uns die Politik seit Jahren an 'Lösungen' oder 'Rezepten zur Belebung am Arbeitsmarkt' verkaufen möchte.

Wer bereits Hartz IV kriegt, den kann dieses Büchlein vielleicht ein wenig aufheitern; und wer (noch) einen Arbeitsplatz hat, wird nach der Lektüre beurteilen können, ob er sich dessen freuen soll oder nicht.

(c) raumK, Michael Wirth 2005

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(c) Stephan Waldscheidt 2006
www.waldscheidt.de